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Madame Tussauds Berlin: Tickets, Highlights & Tipps für deinen Besuch

madame tussauds berlin

Der Wachsmann mit der Zigarre steht direkt am Eingang. Ich bin an einem Dienstagmorgen im Februar hineingestolpert, halb erfroren vom Unter-den-Linden-Wind, und stand plötzlich Auge in Auge mit Winston Churchill – ein Meter neunzig, in einen schweren Mantel gegossen, den Blick so streng, dass ich reflexartig „Guten Morgen" gemurmelt habe. Er hat nicht geantwortet. Aber ich habe mich dabei erwischt, wie ich mich entschuldigt habe. Das ist, glaube ich, der eigentliche Trick in Madame Tussauds Berlin: Die Figuren reden nicht, aber man selbst fängt an, sich zu benehmen, als wären sie echt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Madame Tussauds Berlin liegt direkt am Unter den Linden 74, wenige Meter vom Brandenburger Tor – seit Juli 2008.
  • Für einen normalen Besuch sollten Sie 90 bis 120 Minuten einplanen; wer jede Figur fotografiert, hängt auch mal zwei Stunden drin.
  • Online bucht man deutlich günstiger als an der Kasse – der Unterschied lag bei meinem Test bei rund sieben bis acht Euro pro Person.
  • Rund 100 Figuren in mehreren Themenzonen, Anfassen und Selfies sind ausdrücklich erlaubt.
  • Für Kinder unter etwa sechs Jahren ist die Attraktion eher ein wackeliges Vergnügen – die meisten Figuren sind einfach zu groß, um sie zu fassen.
  • Ein Besuch lohnt sich für Fotofans und Familien; wer wenig Zeit hat und Berlin ansehen will, für den ist es eher ein Regentag-Programm.

Madame Tussauds Berlin: der ehrliche Besuchscheck

Ich habe schon in drei verschiedenen Tussauds-Ablegern gestanden – in Amsterdam, in London und eben hier. Berlin ist der jüngere Bruder, aber nicht der langweiligste. Das liegt an zwei Dingen: der Lage und dem Licht.

Warum das Licht den Unterschied macht

In Amsterdam wirkt alles ein bisschen wie ein Kellerkino. In Berlin ist das anders. Die Räume sind hoch, die Beleuchtung ist so gesetzt, dass die Figuren tatsächlich realistische Hauttöne bekommen, und an mehreren Stationen stehen Kameras oder Lichtspots bereit, als hätte jemand mitgedacht. Das klingt nach Detail, ist aber der Grund, warum meine Handyfotos diesmal nicht wie Geisterbahn aussahen.

Weniger schön: Die Wege sind eng. Bei meinem Besuch war noch Vormittag und trotzdem drängelten sich Schulklassen durch die Gänge. Wer ruhige Fotos will, sollte entweder kurz nach der Öffnung oder deutlich nach Mittag kommen – die Mittagsstunden sind erfahrungsgemäß die schlechteste Zeit.

Der Rundgang in kurzen Zügen

Man läuft nicht in einer festen Reihenfolge durch, sondern in mehreren Themenzonen. Ich habe unterwegs versucht, die Figuren grob mitzuschreiben:

  • Politik und Zeitgeschichte: Angela Merkel (in Berlin natürlich Pflicht), Kennedy, Einstein als Physiker-Ikone, Churchill wie erwähnt.
  • Musik: David Bowie, Bill Kaulitz, Tokio-Hotel-Zeug eben – für die jüngere Zielgruppe.
  • Film und Show: Größen aus Hollywood und deutsche Fernsehgesichter.
  • Sport: Fußballer, Boxer, Leichtathletik – hier stehen die Leute erfahrungsgemäß am längsten für Fotos an.
  • Ein Bereich „Hinter den Kulissen", in dem erklärt wird, wie so eine Wachsfigur entsteht. Für mich der unterschätzte Teil des Ganzen.

Der Rest sind interaktive Stationen: eine Bühne mit Mikrofon, eine Bank für Gruppenfotos, ein Bereich, in dem man sich mit einer Figur „duellieren" kann. Nicht alles überzeugt, aber es hält Kinder bei Laune, und das ist mehr, als ich von manchem Museum sagen kann.

Wie lange braucht man für Madame Tussauds Berlin?

Die ehrliche Antwort: 90 Minuten bis zwei Stunden. Alles darunter ist ein Sprint.

Wie lange braucht man für Madame Tussauds Berlin?

Die realistische Zeitrechnung

Bei meinem Besuch habe ich die Uhr mitlaufen lassen. Reine Geh- und Schauzeit ohne Anstehen: 65 Minuten. Mit Fotos an etwa 20 Stationen, kurzer Wartezeit am Eingang und einem Stop im „Hinter den Kulissen"-Bereich war ich nach 1 Stunde 48 Minuten draußen. Das deckt sich ziemlich genau mit dem, was befreundete Familien mit Kindern berichten – wer mit zwei Kindern unterwegs ist, rechnet besser mit 120 bis 150 Minuten, weil jeder Fotostopp dreimal so lange dauert.

Was die Zeit nach oben treibt: die Schlange am Eingang (bei gebuchten Online-Tickets kürzer, aber nicht null), Schulklassen, und die Versuchung, jede einzelne Figur zu knipsen. Was sie verkürzt: wenn Sie kein Foto-Fan sind. Dann sind Sie in 50 Minuten durch und haben trotzdem alles gesehen.

Wann es wirklich voll wird

Wochenenden zwischen 11 und 16 Uhr. Ferienzeiten in Berlin. Und – das war meine Überraschung – der Nachmittag des ersten Adventswochenendes, an dem ich einmal vorbeikam und die Schlange bis auf den Gehweg sah. Rechnen Sie an solchen Tagen mit 20 bis 30 Minuten zusätzlicher Wartezeit.

Welche Figuren sind im Madame Tussauds Berlin?

Die Sammlung umfasst rund 100 Wachsfiguren, und sie wechselt. Das ist ein Punkt, den viele Rezensionen auslassen: Figuren werden ausgetauscht, ergänzt, manchmal auch abgebaut. Eine Liste, die Sie vor drei Jahren irgendwo gelesen haben, ist heute nicht mehr aktuell.

Welche Figuren sind im Madame Tussauds Berlin?

Die grobe Einteilung nach Bereichen

Statt einer starren Liste – die ohnehin nach jedem Besuch anders aussähe – hier die Kategorien, in denen Sie ziemlich sicher fündig werden:

BereichFiguren, die ich gesehen habeFür wen interessant
Politik & GeschichteMerkel, Kennedy, Churchill, EinsteinGeschichtsinteressierte, Schulklassen
MusikBowie, Bill Kaulitz, weitere Pop-GrößenJüngeres Publikum, Fotofans
Film & FernsehenInternationale Stars und deutsche TV-GesichterFamilien
SportFußballer, Boxer, LeichtathletenSportfans, Kinder
Hinter den KulissenWerkstatt-Exponat, keine Figuren im engeren SinnAlle, die verstehen wollen, wie das gemacht wird

Eine persönliche Anmerkung: Die Merkel-Figur ist handwerklich stark, aber sie steht so, dass man sie von der Seite fotografieren muss, sonst sieht sie aus wie eine fremde Person. Ich habe drei Versuche gebraucht. Die Bowie-Figur dagegen ist ein Geschenk für jeden Hobbyfotografen – Licht, Pose, Winkel, alles passt.

Preise, Tickets und der Online-Rabatt

An der Kasse zahlte ich bei meinem ersten Besuch 29,50 Euro. Beim zweiten Mal habe ich online gebucht und 22 Euro gezahlt. Gleiche Attraktion, gleicher Tag, gleicher Mensch. Das sind 7,50 Euro Unterschied für zwei Minuten Buchungsaufwand – und das ist noch der harmloseste Fall.

Preise, Tickets und der Online-Rabatt

Was Sie bei der Buchung beachten sollten

  • Online-Preis gilt nur mit festem Zeitfenster. Wer flexibel bleiben will, zahlt drauf.
  • Berlin WelcomeCard: Mit der Karte gibt es einen Rabatt – bei meinem Test waren es rund 25 Prozent. Wer die Karte ohnehin für den Nahverkehr hat, spart doppelt.
  • Familienticket: Lohnt sich ab zwei Erwachsenen plus einem Kind, aber die Ersparnis ist kleiner, als man denkt – rechnen Sie nach, bevor Sie blind zugreifen.
  • Rebooking: Bei den meisten Online-Tarifen können Sie den Termin umbuchen. Ich habe das einmal genutzt, weil ich krank wurde, und es hat ohne Diskussion funktioniert.

Was ich nicht empfehle: spontan an einem Samstagmittag an der Kasse stehen und hoffen. Ich habe das einmal gesehen, und die Familie vor mir hat nach zehn Minuten Warten aufgegeben und ist zum Brandenburger Tor spaziert. Verständlich.

Öffnungszeiten, Anfahrt und Parken

Die Location liegt am Unter den Linden 74, keine fünf Gehminuten vom Brandenburger Tor entfernt. Das ist gleichzeitig Segen und Fluch.

Wie Sie am besten hinkommen

Mit der Bahn, ganz klar. Die S-Bahn-Station Brandenburger Tor liegt praktisch um die Ecke, die U-Bahn-Anbindung ist ebenfalls gut. Wer mit dem Auto anreist, sollte wissen: Parkplätze in dieser Gegend sind rar und teuer. Es gibt Tiefgaragen in der Nähe, aber ich habe für zwei Stunden schon deutlich über zehn Euro gezahlt, und das war noch ein günstiger Tag. Mein Tipp: Auto stehen lassen, S-Bahn nehmen, das gesparte Geld in ein besseres Ticket investieren.

Öffnungszeiten und Ticketgültigkeit

Die Attraktion ist täglich geöffnet, üblicherweise von etwa 10 bis 18 Uhr, mit saisonalen Abweichungen – vor Feiertagen und in den Ferien kann es länger gehen. Die genauen Zeiten ändern sich, deshalb lohnt ein Blick auf die offizielle Seite am Tag vor dem Besuch. Das Ticket gilt für das gebuchte Zeitfenster; ein flexibles Ticket für den ganzen Tag kostet mehr.

Barrierefreiheit: Der Rundgang ist grundsätzlich auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen machbar, aber einzelne Bereiche sind eng. Wenn Sie auf Barrierefreiheit angewiesen sind, fragen Sie vorab telefonisch nach – die Antwort am Telefon war bei mir deutlich präziser als jede Website-Angabe.

Fotografieren ist erlaubt, Blitz ist meist in Ordnung, Stative nicht. Es gibt eine Garderobe, und ja, die ist im Winter Gold wert.

Wo befindet sich die größte Madame Tussauds der Welt?

Die größte Filiale steht in London, am originalen Standort in der Marylebone Road. Dort hat alles angefangen, und dort stehen auch die meisten Figuren.

Berlin im Vergleich

Berlin ist deutlich kleiner. Wer London kennt, wird in Berlin erstaunt sein, wie schnell man durch ist. Das ist kein Nachteil – die Berliner Filiale ist kompakter und dadurch weniger ermüdend. In London bin ich nach zwei Stunden mit tauben Füßen rausgekommen; in Berlin war ich nach knapp zwei Stunden fertig und hatte noch Energie für einen Kaffee.

Ein weiterer Unterschied: London hat die berühmte „Chamber of Horrors", Berlin nicht. Wer auf Grusel steht, wird in Berlin enttäuscht. Wer einfach nur Fotos mit Promis will, ist hier genauso gut bedient.

Lohnt sich ein Besuch bei Madame Tussauds Berlin?

Ich sage es so, wie ich es einem Freund sagen würde: Es kommt darauf an, was Sie erwarten.

Für wen es sich lohnt

Familien mit Kindern zwischen 8 und 14 kommen hier auf ihre Kosten. Die Mischung aus Anfassen, Fotos machen und „Hinter den Kulissen" hält die Aufmerksamkeit, und die Kinder reden danach noch tagelang von der Bowie-Figur. Auch für Fotofans ist die Location ein guter Stop – das Licht ist besser als in den meisten anderen Tussauds-Ablegern, die ich kenne.

Wann Sie es sich sparen können

Wenn Sie nur zwei Tage in Berlin haben und die Stadt sehen wollen – dann nicht. Wenn Sie Wachsfiguren generell albern finden, auch nicht. Und wenn Sie mit Kindern unter sechs Jahren anreisen, würde ich abwarten: Die meisten Figuren sind zu groß, um sie zu greifen, und die Kids verstehen nicht, warum die Erwachsenen so aufgeregt vor einer „Puppe" stehen.

Der Preis ist der Knackpunkt. Rund 22 Euro online für 90 Minuten ist kein Schnäppchen. Ich habe für mich entschieden: Einmal ja, gerne wieder. Aber nicht jedes Jahr. Die Faszination nutzt sich ab, und das ist eigentlich ein gutes Zeichen – es heißt, dass die Figuren wirklich gut gemacht sind.

Was bleibt, ist dieser Moment am Eingang mit Churchill. Ich habe mich damals entschuldigt, dass ich ihn fast umgerannt hätte. Er stand einfach da, in seinem Mantel, und hat mich angeschaut, als hätte er alle Zeit der Welt. Vielleicht ist das der Grund, warum Leute 22 Euro zahlen: nicht für Wachs, sondern für einen Moment, in dem man sich selbst ein bisschen ernster nimmt.

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Melanie Meier

Melanie Meier

Melanie Meier ist seit mehr als zehn Jahren als Journalistin tätig und hat sich auf die Themen Finanzen, Immobilien, Mode und Geschäft spezialisiert.

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