Neulich hat mich jemand gefragt, welchen Star-Trek-Film er denn nun zuerst schauen soll. Nicht irgendeinen. Den ersten. Und ich habe gemerkt, dass ich drei Minuten lang geredet habe, ohne eine klare Antwort zu geben. Was daran liegt, dass "Star Trek die Filme" keine Reihe ist, sondern inzwischen mehrere.
Die kurze Antwort lautet: Es gibt 13 Kinofilme, die tatsächlich in den Kinos gelaufen sind. Die längere Antwort ist, dass diese 13 Filme in zwei völlig unterschiedlichen Kontinuitäten spielen, an drei verschiedenen Besetzungen hängen und dass ein vierzehnter Titel seit Jahren durch die Presse geistert, ohne dass ihn jemand gesehen hat. Wer hier einfach der Nummerierung folgt, landet mitten in einem Reboot, ohne es zu merken.
Ich sortiere das für Sie. Mit der Reihenfolge, die ich selbst empfehle, und der Reihenfolge, die die meisten Listen vorschlagen (Spoiler: Es sind nicht dieselben).
Wichtige Erkenntnisse
- 13 Kinofilme sind erschienen, der erste 1979, der bislang letzte 2016.
- Sechs Filme gehören zur klassischen Crew um Kirk, vier zu Picard und der Next-Generation-Besetzung.
- Die drei Kelvin-Filme mit Chris Pine bilden eine eigene Zeitlinie und sind ein guter Einstieg für Nicht-Fans.
- Ein "Star Trek 4" ist seit 2018 mehrfach angekündigt und mehrfach verschoben worden. Erschienen ist er nicht.
- Wer chronologisch schaut, sollte die Kelvin-Filme bewusst nach der klassischen Ära ansetzen.
Star Trek: die Filme im Überblick – und warum die Zahl 13 nicht die ganze Wahrheit ist
Die Rechnung ist simpel: sechs Filme mit der Originalcrew (1979 bis 1991), dann vier mit der Next-Generation-Besetzung (1994 bis 2002), dann drei Kelvin-Filme (2009, 2013, 2016). Macht zusammen 13.
Was in dieser Zahl nicht steckt: die Zeit dazwischen. Zwischen "Star Trek – Der Film" und dem ersten Kelvin-Film liegen 30 Jahre, in denen Paramount mit einer Handvoll Projekten gescheitert ist. Ein Film über die Academy, ein Skript von Quentin Tarantino, ein weiterer mit einem völlig neuen Cast – alle angekündigt, keiner gedreht. Und dann die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird:
Wie viele Filme von Star Trek gibt es?
13 Kinofilme sind offiziell erschienen, plus eine Fernsehproduktion, die als Pilotfilm zweier Serien gilt und gelegentlich in Listen auftaucht, aber nie im Kino lief. Wenn Sie auf einer Seite eine andere Zahl lesen, ist meistens einer von drei Fällen eingetreten: Die Seite zählt einen angekündigten Film mit, sie zählt die Director's Edition von 1979 als eigenen Eintrag, oder sie ist einfach alt.
Ehrlich gesagt ist mir selbst beim Recherchieren kurz schwindelig geworden, weil ich "Star Trek II" gesehen habe und dachte: Moment, wo ist die Nummer eins geblieben? Kleiner Tipp: Der erste Film heißt in Deutschland schlicht Star Trek – Der Film, ohne Ziffer. Das verwirrt bis heute jede Suchanfrage.
In welcher Reihenfolge schaut man die Star Trek Filme?
Hier scheiden sich die Geister, und ich sage Ihnen direkt, woran es liegt: Die Filme folgen keiner durchgehenden Chronologie. Sie springen in der internen Zeitlinie, und ab 2009 existieren zwei Zeitlinien nebeneinander.
Die entscheidende Unterscheidung:
- Prime-Zeitlinie – alles von 1966 bis 2005, plus die Serien danach. Die klassische Geschichte.
- Kelvin-Zeitlinie – die drei Filme ab 2009. Ein Ereignis in der Vergangenheit hat die Geschichte verändert, weshalb Kirk und Spock hier jünger sind und sich anders kennenlernen.
Die Reihenfolge, die ich empfehle
Für Einsteiger, und da bin ich stur: Fangen Sie mit "Star Trek" von 2009 an. Der Film ist so gebaut, dass er beides kann – alteingesessene Fans bedienen und absolute Neulinge an die Hand nehmen. Wenn Sie danach Blut geleckt haben, gehen Sie in die Vergangenheit.
- Star Trek (2009)
- Star Trek Into Darkness (2013)
- Star Trek Beyond (2016)
- Star Trek II: Der Zorn des Khan (1982) – der beste Film der alten Crew, keine Diskussion
- Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock (1984)
- Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986)
- Dann der Rest der Originalreihe, danach die vier Next-Generation-Filme
Und wenn Sie es chronologisch wollen?
Dann sortieren Sie nach der internen Zeitlinie, nicht nach dem Erscheinungsjahr. Das heißt: Die Kelvin-Filme wandern ans Ende, weil ihre Handlung zwar 2009 beginnt, aber streng genommen eine Parallelwelt darstellt. Der erste Kinofilm "Star Trek – Der Film" spielt in den 2270ern, "Star Trek: Nemesis" 2002 in den späten 2370ern.
Mein Rat: Lassen Sie das beim ersten Durchgang. Chronologisch schauen ist etwas für Runde zwei, wenn Sie die Figuren schon kennen und die feinen Sprünge genießen können. Beim ersten Mal kostet es nur Kraft.
Wie viele Star Trek Filme mit Chris Pine gibt es?
Drei: Star Trek (2009), Star Trek Into Darkness (2013) und Star Trek Beyond (2016). Pine spielt darin James T. Kirk, Zachary Quinto den jungen Spock.
Ich habe diese drei Filme inzwischen schätzungsweise siebenmal gesehen, weil ich sie Freunden vorgeführt habe, die mit Star Trek nie etwas am Hut hatten. Die Erfolgsquote war hoch. Der Zugang ist einfach niedrigschwelliger als bei einem Film von 1979, in dem eine Wolke durchs All schwebt und 20 Minuten lang nichts anderes passiert.
Wobei ich gerecht sein muss: Into Darkness ist der schwächste der drei. Er versucht, einen der berühmtesten Momente der alten Reihe neu zu erzählen, und das geht schief, weil der Film die Pointe vorwegnehmen will. Fans haben das damals ziemlich wütend diskutiert. Ich gehöre zu denen, die genervt waren.
| Film | Jahr | Zeitlinie | Für Einsteiger? |
|---|---|---|---|
| Star Trek – Der Film | 1979 | Prime | Eher nein |
| Star Trek II: Der Zorn des Khan | 1982 | Prime | Sehr empfehlenswert |
| Star Trek III bis VI | 1984–1991 | Prime | Reihe, nicht einzeln |
| Star Trek: Treffen der Generationen | 1994 | Prime | Nur mit Serienvorkenntnis |
| Star Trek: Der Erste Kontakt | 1996 | Prime | Ja, wenn Sie Picard mögen |
| Star Trek: Nemesis | 2002 | Prime | Nein |
| Star Trek (2009) | 2009 | Kelvin | Bester Einstieg |
| Star Trek Into Darkness | 2013 | Kelvin | Ja, mit Abstrichen |
| Star Trek Beyond | 2016 | Kelvin | Ja |
Wird es einen Star Trek 4 Film geben?
Stand heute, im Jahr 2026: Ein vierter Kelvin-Film ist angekündigt, aber nicht erschienen. Und das ist ein Satz, den man in den vergangenen Jahren immer wieder schreiben konnte.
Die Geschichte dahinter ist eine der zähesten in Hollywood. 2018 wurde ein Projekt mit Chris Pine und Zachary Quinto offiziell bestätigt, danach verschob sich der Starttermin mehrfach, Regisseure sprangen ab, es gab Berichte über Gehaltsstreitigkeiten. Ein Regisseur, der zwischenzeitlich für einen völlig anderen Star-Trek-Film im Gespräch war, hat das Projekt später öffentlich als kompliziert beschrieben. Kurz gesagt: Es gibt ein Drehbuch, es gibt Absichtserklärungen, es gibt keinen Drehbeginn.
Was es stattdessen gibt: Serien. Nach 2005 war Star Trek im Kino für über ein Jahrzehnt tot, aber im Fernsehen ist es seit 2017 zurück und liefert im Jahresrhythmus neue Staffeln. Das ist der Ort, an dem die Marke im Moment lebt. Wer auf einen vierten Pine-Film wartet, wartet auf die Kirsche, während der Kuchen längst woanders gebacken wird.
Warum der vierte Film so schwierig ist
Das Ding ist: Die Kelvin-Reihe hat kein offenes Ende hinterlassen. Beyond endet versöhnlich, die Crew ist wieder vereint, nichts schreit nach Fortsetzung. Ein vierter Teil müsste also entweder eine neue Geschichte erfinden oder eine alte Nostalgiekarte ziehen – und Nostalgie hat Into Darkness schon einmal nicht gutgetan. Aus Marketingsicht verständlich, aus Erzählsicht riskant.
Meine ehrliche Einschätzung? Ich würde lieber einen abgeschlossenen vierten Film sehen, der sich von der Originalreihe löst, als ein weiteres Remake. Aber ich werde hier nicht gefragt.
Mein Fazit nach all den Jahren
Wenn ich nur einen einzigen Tipp mitgeben darf: Hören Sie auf, nach der einen richtigen Reihenfolge zu suchen. Die gibt es nicht, weil die Filme nie als ein Werk geplant waren. Sie sind 40 Jahre Studioentscheidungen, von denen einige großartig waren und einige einfach nur teuer.
Starten Sie mit dem Film, der Sie am meisten neugierig macht. Wenn Sie den Zorn des Khan noch nie gesehen haben und ihn irgendwann zum ersten Mal schauen, beneide ich Sie ein bisschen. Und falls Sie nach "Beyond" das Gefühl haben, dass da noch etwas fehlt – willkommen im Club. Wir warten seit 2016.