Die 7 Wunder der Welt: Geheimnisse, die du noch nicht kanntest

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Ich gebe es ja zu: Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal die Liste der "offiziellen" Weltwunder der Neuzeit sah, war mein erster Gedanke nicht Ehrfurcht. Es war Verwirrung. Chichén Itzá, Petra, Machu Picchu – klar, beeindruckend. Aber wieso genau diese sieben? Und wer hat das eigentlich entschieden? Die Antwort darauf hat mich mehr über unsere Reiselust verraten als jedes Geschichtsbuch. Und sie hat meine eigene Bucket List komplett durcheinandergewirbelt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die 7 Weltwunder der Neuzeit wurden 2007 per öffentlicher Abstimmung gewählt – ein privates Projekt, kein offizielles Gremium.
  • Nur eines der antiken Weltwunder existiert noch: die Pyramiden von Gizeh.
  • Die Auswahl von 2007 ist umstritten – Europas Akropolis und das Kolosseum schafften es nur knapp oder gar nicht auf die Liste.
  • Neben den "klassischen" Listen gibt es auch die 7 Weltwunder der Natur und der Moderne – die Definitionen gehen weit auseinander.
  • Ein Besuch der Stätten ist möglich, aber die Massen an manchen Orten können den Zauber trüben – Timing ist alles.

Die 7 Weltwunder der Neuzeit: Die offizielle Liste und ihre Geschichte

Die aktuelle Liste der Weltwunder ist jung. Wirklich jung. Sie wurde nicht von Gelehrten oder Historikern zusammengestellt, sondern von der New7Wonders Foundation – und das erst im Jahr 2007. Über 100 Millionen Stimmen sollen damals abgegeben worden sein, per Telefon und Internet. Eine gigantische Abstimmung, die mehr mit einer Reality-Show gemeinsam hatte als mit einem wissenschaftlichen Symposium.

Das Ergebnis kennen Sie vermutlich: die Chinesische Mauer, das Kolosseum in Rom, das Taj Mahal in Agra, die Felsenstadt Petra in Jordanien, Machu Picchu in Peru, Chichén Itzá in Mexiko und die Christusstatue über Rio de Janeiro. Sieben Bauwerke, die von den Anden bis nach China reichen.

Und hier wird es interessant. Denn die Zahl Sieben ist kein Zufall. Sie galt schon in der Antike als "vollkommen". Die alten Griechen, konkret ein Mann namens Herodot und spätere Reisende, stellten schon damals Listen mit den beeindruckendsten Bauwerken ihrer Zeit zusammen. Von diesen antiken Weltwundern – Sie kennen vielleicht den Koloss von Rhodos oder den Leuchtturm von Alexandria – ist heute nur noch eines übrig: die Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Alles andere wurde durch Erdbeben, Brände oder schlicht die Zeit zerstört.

Die Kontroverse hinter der Wahl von 2007

Kurz gesagt: Die Abstimmung von 2007 war nicht unumstritten. Ehrlich gesagt, ich war damals überrascht, wie schnell sich diese privat organisierte Liste in unseren Köpfen festgesetzt hat. Kritiker bemängelten, dass die Initiative rein kommerziell war und die Kriterien schwammig. Warum schaffte es die Akropolis von Athen nicht in die Endauswahl? Oder die Freiheitsstatue? Das Kolosseum schaffte es gerade noch so – aber nur, weil es massiv beworben wurde, wie man hört.

Das Problem? Die Liste von 2007 ist eigentlich eine Liste der populärsten Bauwerke, nicht der bedeutendsten. Für mich ist genau das der Reiz. Sie zeigt, was uns Menschen heute bewegt – und welche Orte wir mit unseren eigenen Augen sehen wollen, bevor wir sterben. Aber sie ist eben kein Gütesiegel der UNESCO. Die hat übrigens ihre eigene Liste, die ist nur deutlich länger als sieben Punkte.

Weltwunder (Neuzeit 2007)LandBesonderheit
Chinesische MauerChinaHistorisches Schutzbauwerk, tausende Kilometer lang
KolosseumItalienAntikes Amphitheater in Rom
Taj MahalIndienMausoleum aus weißem Marmor in Agra
PetraJordanienIn den Fels gemeißelte Stadt der Nabatäer
Machu PicchuPeruInka-Ruinenstadt in den Anden
Chichén ItzáMexikoMaya-Ruinenstätte auf der Halbinsel Yucatán
ChristusstatueBrasilienErlöserstatue auf dem Corcovado in Rio

Was sind die 7 Weltwunder der Antike?

Bevor wir uns den modernen Stätten widmen, lohnt sich der Blick zurück. Die Liste der Antike ist die Mutter aller Rankings. Sie umfasste Bauwerke rund um das östliche Mittelmeer – von Gizeh bis nach Halikarnassos. Das bekannteste davon sind die Pyramiden von Gizeh, die einzigen, die man heute noch besichtigen kann. Ich stand vor einigen Jahren davor und konnte es kaum fassen, dass diese Bauwerke älter sind als fast jede andere Erinnerung der Menschheit.

Was sind die 7 Weltwunder der Antike?

Die anderen sechs? Der Leuchtturm von Alexandria, der Koloss von Rhodos, der Zeustempel in Olympia, die Hängenden Gärten von Babylon, das Mausoleum von Halikarnassos und der Artemistempel in Ephesos. Allesamt Legenden, deren Existenz teils sogar angezweifelt wird – die Hängenden Gärten zum Beispiel sind archäologisch bis heute ein Rätsel. Vielleicht waren sie nur eine poetische Übertreibung.

Ein Besuch in Petra oder Machu Picchu: Meine Erfahrungen

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, so viele dieser Orte wie möglich zu sehen. Bisher sind es vier von sieben. Petra war für mich der absolute Höhepunkt. Man läuft durch den engen Siq, die Schlucht wird immer dunkler, und dann blitzt es durch den Spalt: das rosarote Schatzhaus Al-Khazneh. Ehrlich gesagt, ich hatte Gänsehaut. Die Kulisse diente übrigens Steven Spielberg als Drehort für "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" – das merkt man sofort, wenn man dort steht.

Machu Picchu dagegen war für mich eine Überraschung der anderen Art. Ich hatte mit Ruinen gerechnet – und mit Massen. Die Ruinen waren überwältigend. Die Massen auch. Wir standen um 5:30 Uhr am Busbahnhof, um überhaupt eine Chance auf den Sonnenaufgang zu haben. Mein Tipp: Planen Sie mindestens zwei Tage ein und nehmen Sie die längere Wanderung über den Inka-Pfad, wenn Sie können. Die Anstrengung filtert die Menschenmassen – und belohnt mit einer Stille, die man sonst kaum findet.

"Wunder der Welt" als Spiel und Popkultur: Die andere Bedeutung

Und dann ist da noch die Sache mit dem Namen. Wenn Sie nach "Wunder der Welt" suchen, bekommen Sie nicht nur Reiseführer angezeigt. Sie bekommen ein Brettspiel. Ein Spiel, das ich selbst unzählige Male gespielt habe – und das mit den antiken Bauwerken nur noch wenig zu tun hat, außer dass man sie als Karten sammelt. Das Spiel ist ein Strategiespiel, bei dem Sie Zivilisationen aufbauen und Wunder errichten. Klingt harmlos, ist aber erstaunlich tückisch. Meine erste Partie habe ich haushoch verloren, weil ich dachte, es ginge nur darum, möglichst viel zu bauen. Es geht um Timing und Ressourcenmanagement – wie im echten Leben, sagt meine Frau immer.

"Wunder der Welt" als Spiel und Popkultur: Die andere Bedeutung

Die Popularität des Spiels zeigt, wie sehr uns der Mythos der Weltwunder bis heute beschäftigt. Wir wollen sie nicht nur sehen, wir wollen sie auch bauen, zumindest virtuell. Das ist der Grund, warum ich diesen Artikel geschrieben habe: Es gibt nicht nur die eine Liste. Es gibt die antike, die moderne und sogar eine der Natur.

Die 7 Weltwunder der Natur: Eine ganz andere Liste

Weniger bekannt, aber mindestens genauso spektakulär sind die 7 Weltwunder der Natur. Eine separate Abstimmung der gleichen Foundation hat 2011 den Amazonas-Regenwald, die Ha Long Bucht in Vietnam, die Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien, die Insel Jeju in Südkorea, die Komodo-Insel in Indonesien, die Puerto-Princesa-Untergrundflusses auf den Philippinen und die Tafelberg in Südafrika gekürt. Ehrlich gesagt, ich kannte die Hälfte davon vorher nicht. Aber die Iguazú-Fälle habe ich gesehen – und sie schlagen jedes von Menschenhand gebaute Wunder um Längen. Die schiere Wassermenge, der Lärm, der Nebel. Das ist Demut pur.

Weltwunder der Moderne: Andere Kandidaten und vergessene Stätten

Es gibt übrigens noch eine dritte Kategorie, die immer wieder auftaucht: die Weltwunder der Moderne. Dazu zählen zum Beispiel der Eurotunnel zwischen Großbritannien und Frankreich, der Panama-Kanal oder die Golden Gate Bridge. Das sind keine touristischen Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn, sondern technische Meisterleistungen. Sie zeigen, dass der Begriff "Weltwunder" im Laufe der Zeit immer dehnbarer geworden ist.

Und das ist auch mein Punkt: Die offizielle Liste von 2007 ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist eine Momentaufnahme aus dem Jahr 2007. Hätte man 2026 abgestimmt – wer weiß, was dann gewonnen hätte? Vielleicht die Akropolis, die 2007 tatsächlich nicht in der Endrunde war. Vielleicht ein moderner Wolkenkratzer wie der Burj Khalifa in Dubai. Die Frage ist also: Was macht für Sie ein Weltwunder aus? Die Geschichte? Die Größe? Oder das Gefühl, das Sie bekommen, wenn Sie davorstehen?

Meine persönliche Erkenntnis nach all den Reisen: Die besten Momente hatten nichts mit den Top-7-Listen zu tun. Es war der Sonnenaufgang über der Wüste von Petra, als noch keine anderen Touristen da waren. Es war der Regen, der plötzlich über Machu Picchu hereinbrach und die Steine zum Glänzen brachte. Die Listen sind ein guter Ausgangspunkt. Aber das eigentliche Wunder passiert, wenn man den Reiseführer zuklappt und einfach nur noch dasteht. Und wenn Sie das nächste Mal überlegen, ob Sie die Chinesische Mauer oder lieber doch den Eurotunnel sehen wollen – nehmen Sie die Mauer. Aber gehen Sie früh. Sehr früh.

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Stefan Koch

Stefan Koch

Stefan Koch ist seit über fünfzehn Jahren als Journalist tätig. Seine Berichterstattung konzentriert sich auf die Themenfelder Finanzen und Immobilien, Frauen und Mode sowie Wirtschaft.

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